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’Zürich debates’ belichtete Top-Gehälter

Schaden Spitzensaläre der Moral?

Zürich, 5. September 2006 – Schaden Spitzensaläre der Moral? Diese Frage stand im Zentrum der ersten Veranstaltung von ’Zürich debates’. Unter der Leitung von Ellinor von Kauffungen diskutierten Michael H. Kramarsch (Managing Director Towers Perrin HR Services), Heiner Thorborg (Personalberater), Otto Ineichen (VR-Präsident von Otto’s und Nationalrat) und Dirk Schütz (Chefredaktor von Cash).

Michael H. Kramarsch, Managing Director Towers Perrin HR Services, sieht Spitzensaläre als Antrieb und Ausdruck unserer kapitalistischen Gesellschaft. Der Berater vertritt die Ansicht, dass klare Regeln des Corporate Governments und ein funktionierender Markt Gehälter ins Lot bringen. Für die Schweiz wünscht er sich höhere Transparenz in der Offenlegung der Saläre der obersten Führungskräfte. Ebenso sieht er grossen Bedarf für Regelungen, welche die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Aktionäre nach angelsächsischem Vorbild stärken.

Heiner Thorborg, Personalberater, versteht die Bemessungskomponenten fairer Saläre in erbrachter und zu erbringender Leistung sowie in der Marktwertsteigerung des Unternehmens. Die grosse Mehrheit der Managerlöhne befindet sich auf akzeptierbarem Niveau.

Otto Ineichen, VR-Präsident von Otto’s und Nationalrat, erachtet unser markwirtschaftliches System nicht von links sondern von rechts gefährdet. Er ruft die Spitzen-Verdiener in die Verantwortung und legt ihnen nahe, die Debatte zu wenden. Gleichzeitig warnt er vor einer Verschiebung zu einer Mitte-Links-Regierung bei den Wahlen 2007, falls die Bezüger von Top-Salären allfällige Konsequenzen nicht berücksichtigen. Er plädiert für soziale Verantwortung vor Rendite.

Dirk Schütz, Chefredaktor von Cash, lobte die in der Schweiz beginnende Transparenz, die offen legt, dass zwischen den Jahren 2000 und 2006 Managerlöhne um bis zu einem Faktor zehn anstiegen. Dafür fehlt jegliche Basis, da parallel die meisten Unternehmen einen Börseneinbruch hinnehmen mussten, was eine Leistungssteigerung als Rechtfertigung klar widerlegt. Schwer wiegt seine Kritik an dem Schweizer System, das mit einem Glaubwürdigkeitsproblem kämpft.

Wie verschieden die Standpunkte auch sein mochten, die Moral wurde auf der Pro- und auf der Contra-Seite aus der Diskussion ausgeklammert. Die Argumente der Diskussionsteilnehmer belichteten die Thematik der Spitzensaläre. Fragen an die Redner und spontane Äusserungen des Publikums zeigten das Interesse an dieser und kommenden Veranstaltungen von ’Zürich debates’.

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'Zürich debates' lotet Pro- und Contra-Positionen aktueller Themen aus und setzt sich in strukturierten Debatten mit Zeitgeist, Wertewandel und Widersprüchlichem auseinander. Profilierte Persönlichkeiten vertreten unter kundiger Moderation ihre Standpunkte. Information ist alles, Denkirritation durch andere Standpunkte ein guter Anstoss zur eigenen Meinungsbildung. Die Veranstaltungen von 'Zürich debates' werden in der Regel einmal pro Monat im Zunfthaus zur Waag durchgeführt. Nachdem sich die erste Veranstaltung am 4. September 2006 mit der Frage „Schaden Spitzensaläre der Moral?“ auseinander setzte, wird sich die nächste der Frage widmen „Wird das Schweizer Bankgeheimnis geknackt?“. Ins Leben gerufen wurde 'Zürich debates' von einer Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Pleon C-Matrix und Rencontre-Culturel.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
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